Ein voller Vorbereitungsraum, eine dicht belegte Flightline und von morgens bis abends Flugbetrieb: Beim großen Freundschaftsfliegen des HMSV war am Samstag auf unserem Fluggelände einiges geboten. Zahlreiche befreundete Modellpiloten und Gäste aus der Region, und sogar aus der Schweiz, folgten unserer Einladung und machten den Tag zu einem besonderen Treffen unter Modellflugfreunden.
Bereits ab 9 Uhr waren die ersten Modelle in der Luft, und bis gegen 20 Uhr herrschte nahezu durchgehend Flugbetrieb. Mehr als 70 Flugmodelle fanden über den Tag ihren Weg auf unser Gelände und sorgten für eine außergewöhnliche Vielfalt.
Das Spektrum hätte dabei kaum größer sein können: Detailgetreue Airliner teilten sich den Himmel mit großen Segelflugmodellen, klassischen Motormaschinen und leistungsstarken Kunstflugmodellen. Eindrucksvolle Oldtimer mit großen Sternmotoren sorgten schon beim Anlassen für Aufmerksamkeit, während turbinengetriebene Jets mit ihrem unverwechselbaren Sound und hoher Geschwindigkeit echtes Jet-Feeling auf den Platz brachten.
Auch fliegerisch zeigte sich die ganze Bandbreite unseres Hobbys. Dynamischer Kunstflug wechselte sich mit präzisem Synchronflug ab, große Segler wurden im Schlepp auf Höhe gebracht und schnelle Modelle sorgten mit High-Speed-Passagen für die entsprechenden Kontraste. Dabei stand bewusst nicht die perfekte Flugshow im Mittelpunkt. Beim Freundschaftsfliegen geht es darum, gemeinsam zu fliegen, unterschiedliche Facetten des Modellflugs zu erleben und voneinander zu lernen.
Zu Gast bei Freunden
Besonders gefreut haben wir uns über die vielen Gastpiloten, die teilweise weite Anfahrtswege auf sich genommen haben. Vertreten waren unter anderem Modellflieger des MFV Weil der Stadt, des FMV Eppingen, des MFV Böblingen, des MFC Untermünkheim, der MFG Aspach, des MFC Bad Bergzabern und der MFG Obere Nahe. Auch Modellflugfreunde aus Remseck sowie mehrere Gäste aus der Schweiz fanden den Weg zum HMSV.
Mitgebracht hatten unsere Gäste einige echte Highlights, die sich hier gar nicht alle aufzählen lassen:
Moritz Chalupny und André Slama aus Remseck waren unter anderem mit ihren North American AT-6 mit Viertaktmotor im Synchronflug dabei. Luca Frank aus Eppingen brachte seine high-speed Futura mit. Torsten Sutter vom Baden Acro Team sorgte mit seiner roten 120ccm Extra300 für sehr kraftvollen Kunstflug.
Ewald und Robin Trumpp aus Untermünkheim hatten mit ihrer großen SIAI Marchetti (SF-260 mit Fiala 140 Boxermotor) und einer Bücker Jungmeister mit VM 250 Sternmotor zwei weitere beeindruckende Maschinen im Gepäck.
Aus der Schweiz besuchte uns Don Attilio Vagnoli mit seiner imposanten ChocoFly Diana im Maßstab 1:2. Adrian und Andrea Spannagel bereicherten den Flugbetrieb unter anderem mit ihrer MDM Fox und dem gemeinsamen Seglerschlepp.
Auch der MFV Weil der Stadt war stark vertreten: Sven Lux flog seine große Futura, Jürgen Grein brachte mit seiner F8F Bearcat und dem großen Moki-180-Sternmotor einen echten Hingucker (und Hinhörer) mit.
Samuel Benzler von der MFG Aspach war ebenso zu Gast wie Christian Singer vom MFC Bad Bergzabern, der mit seiner elektrisch angetriebenen ASW 15 im Maßstab 1:2 von Bruckmann Modellbau anreiste.
Auch die MFG Obere Nahe war durch Chritian Fritzsche bei unserem Freundschaftsfliegen vertreten (Focke Wulf Flitzer).
Die Zukunft ist startklar: HMSV-Nachwuchs mitten im Fluggeschehen
Auch der Nachwuchs des HMSV war beim Freundschaftsfliegen mittendrin im Geschehen und zeigte eindrucksvoll, wie sehr unsere jungen Piloten das Vereinsleben inzwischen bereichern.
Nachwuchstalent Tim Deckert begeisterte mit kraftvollem Kunstflug und bewies gemeinsam mit Lukas Nakir beim Synchronflug, dass auch anspruchsvolle Flugmanöver im Team hervorragend funktionieren. Luca Burkhardt setze dagegen den eleganten Kontrast und präsentierte seinen Airliner Boeing 737 MAX8 mit einem außergewöhnlich originalgetreuen Flugbild, synchron mit Gastpilot Jürgen Föll. Und dann wäre da noch Florian Wächter: Gefühlt erst gestern hat er die Grundfunktionen eines Flugmodells erlernt – heute düst er bereits mit seiner elektrisch angetriebenen Mini Futura dynamisch über den Platz.
Fachsimpeln ausdrücklich erwünscht
Mindestens genauso wichtig wie das Geschehen in der Luft war an diesem Tag aber das, was am Boden stattfand. Denn gerade der Austausch zwischen Piloten aus unterschiedlichen Vereinen macht ein Freundschaftsfliegen aus.
Überall auf dem Platz wurde gefachsimpelt, diskutiert und neugierig unter die Hauben und in die Rümpfe geschaut. Wie ist die Stromversorgung gelöst? Welche Erfahrungen gibt es mit einem bestimmten Antrieb? Wie wurde das Fahrwerk eingebaut, wie ein großer Segler abgestimmt oder ein Jet für den sicheren Betrieb vorbereitet?
Erfahrungen, Tipps und Tricks wurden weitergegeben, technische Lösungen verglichen und natürlich auch die eine oder andere Idee für das nächste eigene Projekt gesammelt. Gerade weil beim Freundschaftsfliegen ganz unterschiedliche Sparten und Erfahrungen aufeinandertreffen, entstehen Gespräche, die es beim normalen Flugbetrieb so oft nicht gibt. Aus einem kurzen Blick auf ein interessantes Modell wird schnell ein längeres Fachgespräch – und aus einer ersten Begegnung nicht selten eine neue Bekanntschaft oder Freundschaft.
Genau dieser Austausch über Vereinsgrenzen hinweg ist es, den wir mit unserem Freundschaftsfliegen fördern möchten.
Gemeinsam genießen und den Tag ausklingen lassen
Für das leibliche Wohl war natürlich ebenfalls gesorgt. Den ganzen Tag über versorgte das HMSV-Team Piloten und Gäste mit Kaffee und Kuchen sowie frisch gegrillten Würsten und Steaks. So blieb zwischen den Flügen genügend Zeit, gemeinsam am Platz zu sitzen, sich auszutauschen und das abwechslungsreiche Fluggeschehen zu genießen.
Unser Dank gilt allen Gastpiloten und Besuchern, die den Weg zu uns gefunden und mit ihren Modellen und ihrer Begeisterung zu diesem besonderen Tag beigetragen haben. Ein ebenso großes Dankeschön geht an alle Helferinnen und Helfer des HMSV – von der Vorbereitung und Organisation über die Flugleitung bis hin zu Grill, Kuchenbuffet und all den vielen Aufgaben, die im Hintergrund erledigt werden müssen.
Am Ende war es genau das, was ein Freundschaftsfliegen sein soll: ein langer Tag voller Modellflug in all seinen vielseitigen Facetten – vor allem aber ein Treffen von Menschen, die dieselbe Leidenschaft verbindet.


